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Abfahrt nach Tam Schnell wird noch telefoniert und die letzten Anweisungen an die Heimat gegeben: Wenn wir nicht in 7 Tagen in Tam sind und uns gemeldet haben, dann sollen Masnahmen ergriffen werden. Dann gehts endlich los. 130km Straße nach Ford Gardel sind schnell geschafft. Hier biegen wir "links" ab. Gar nicht so einfach, den Beginn der Piste zu finden. Jojo sandet erstmal richtig ein und es kostet 2 Stunden, das Auto aus dem weichen Sand zu bergen. Das geht ja gut los, so kommen wir nie nach Tam. Doch bald ist die Piste gefunden. Und gleich ist ein ca 300m breites Oued zu durchqueren. Matthias, einer der Motorradler steckt schon fest. Also erstmal ihn freimachen.Jojo und ich schauen erstmal alles genau an und suchen uns eine Möglichkeit durch den weichen Sand. Husarengleich werden die Autos durch den Sand getrieben, wir kommen durch ohne tecken zu bleiben. Wir fahren noch 60km weiter, recht flott über eine steinige Ebene, die immer wieder von Oueds durchzogen ist. Einen Augenblick nicht aufgepasst und schon sandet man ein. Jojo passiert das kurz vor Sonnenuntergang und bis der Benz frei ist, ist es Zeit das Nachtquartier aufzuschlagen. Der heftige Wind treibt den Sand über die Ebene. Wir verschanzen uns hinter den Autos. Ein paar Dosen Bohneneintopf später hauen wir uns ermattet in den Schlafsack. Bisher lief es doch ganz gut. Samstag, 15.03.2003 Kurz nach Sonnenaufgang geht es wieder auf die Piste. Die Motorradler brauchen etwas länger beim Packen. Da sie schneller sind, verabreden wir uns am Abzweig, wo die Piste nach Amguid abgeht. Wir warten bald zwei Stunden und machen uns Sorgen. Es beginnt eine Diskussion, was zu tun sei. Weiter nach Serenout, wo ein einsames Gendarmerie Fort ist und die drei als verloren melden, zurückfahren, aber wenn man sich dann verpassen wir uns womöglich, verfahren wertvollen Diesel... Schließlich tauchen sie auf. Wir beschließen, hinfort immer dicht beieinander zu bleiben! In Serenout werden wir freundlich empfangen und registriert. Ein Armeegeneral ist gerade zu Besuch und befragt uns nach unserer Reise. Man wünscht uns "bonne route" und viel Glück. Die Landschaft ist atemberaubend. Doch als Fahrer ist man immer 100% konzentriert und kann die Umgebung nur wenig genießen. Ein übersehener Stein kann die Ölwanne durchschlagen und dann kann man das Fahrzeug aufgeben. Dem Beifahrer geht es nicht viel besser, er ist ständig mit GPS und Karte beschäftigt. Am Ende eines langen Wadis machen wir Rast. Wir widerstehn der Versuchung im Schatten einiger Akazien mitten im Wadi zu übernachten. Diese Wadis können sich binnen Sekunden in reisende Ströme verwandeln, selbst wenn es viele Kilometer entfernt regnet. Man sagt, daß in der Wüste mehr mehr Leute ertrinken als verdursten. Mittlerweile ist es so warm, daß man im Schlafsack schwitzt. Bei Spaghetti und Bier läßt es sich aushalten. Die Motorradler haben es nicht so gut, ihrer Begrenzte Kapazität auf den Maschinen läßt wenig Luxus zu. Heute haben wir 170km geschafft und dabei gerade mal drei Fahrzeuge gesehen: Einige deutsche mit VW-Kübelwagen und freiem Oberkörper. Es werden Informationen über die Strecke ausgetauscht und man wünscht viel Glück. IN den Autos messen wir knapp 40°C bei voller Lüftung und offenem Fenster. Ich habe mich zweimal eingesandet, aber zum Glück war es nicht gar so schlimm mit der Graberei. Jojos Auto jagt uns einen Schreck ein, weil es Leistung verliert. Vermutlich ein zugeganger Dieselfilter. Nach einer Weile geht es jedoch wieder und beschließen den Filter erst in Tam zu wechseln. Sonntag, 16.03.03 Früh geht es auf die Piste. Wir machen gute Fahrt und glauben das schlimmste überstanden zu haben. Doch wir müssen noch die Ausläufer des Hoggargebirges überqueren und hier beginnt eine Folter für die Diesel, die ihrersgleichen sucht. Fußballgroße Steine müssen beiseite geschafft werden. Besonders machen und tiefe Einschnitte von trockenen Wasserläufen zu schaffen. Die Autos setzen ständig auf. Meine Reserveradmulde hats bereits schwer erwischt, der Kofferaum ist gut 5cm kleiner geworden. Schließlich reißt Jojos Auspuff ab und wir müssen ihn mit Draht hochbinden. Endlich erreichen wir Idedelès, ein kleines Gebirgsdorf. Ab hier ist die Piste gewartet. Was nicht heißt, daß sie jetzt gut zu befahren ist. Beim Überqueren eines Wadis bleibe ich übel stecken. Normalerweise kann man das Auto ausgraben, auf die Sandbleche stellen und mit Schwung weiterfahren. Aber hier ist dies unmöglich. So müssen wir Blech an Blech legen und Meter für Meter rangieren, bis wir das rettende Ufer erreicht haben. Die Hoffnung, heute abend noch Tam zu erreichen ist dahin und wir müssen nochmal in der Wüste übernachten. Na das macht uns ja nichts aus, deshalb sind wir ja hierhergefahren. Montag, 17.03.03 Noch ca 90km schnelle Piste liegen vor uns. Sie ist mit üblem Wellblech gesegnet. Die Autos werden durchgeschüttelt und nichts bleibt an seinem Platz. Es gibt nur zwei Möglichkeiten Wellblech zu befahren. Entweder mit Schritttempo oder so schnall, daß das Auto über das Wellblech fliegt. Das sind so etwa 70 Sachen. Das Problem ist nur, daß man bei diesem Tempo nun wirklich keinen Stein oder keine Bodenwelle übersehen darf, sonst ist alles zu spät. Die Fahrt gleicht einer Rally und schließlich haben Jojo und ich tatsächlich Schwielen an den Händen. Und das bei einer Mercedes Servolenkung! Zu guter Letzt platzt mir noch ein Reifen mit lautem Knall. Eigentlich ein Wunder, daß es nur einer war auf den spitzen Steinen des Hoggar. Als wir die Straße, die von Algier nach Süden führt, erreichen, fallen wir uns in die Arme. Geschafft! Matthias küßt den Asphalt. War es für uns eine Tortour, dann war es für die Biker die Hölle. Und dann mußten sie auch noch ständig unseren Staub schlucken. Warum sind sie aber auch nicht schneller als die alten Diesel. In Tam gehen wir auf den "Camping 4X4". Nach einem Entspannungsbier duschen wir uns und schauen nach den Autos. Sie wurden wirklich malträtiert. Die Stoßdämpfer sind hinüber, aber wir fahren ja nicht mehr auf deutschen Autobahnen. Auf sie können wir erstmal verzichten. Drei Stunden nach uns trifft die Kollonne der deutschen Geländewagen ein. Großes Hallo auf beiden Seiten. Ein bischen genießen wir die Bewunderung auf ihren Gesichtern, daß wir diese Piste gemeistert haben, wo doch schon sie mit den Allradfahrzeugen... Am Abend geht es erstmal in die Stadt. Wir gehen in ein Restaurant, obwohl wir in den kommenden Tagen wirklich keine Magenprobleme brauchen können. Aber irgendwie hängt uns der Dosenfraß doch langsam zum Halse raus. Die Autos werden wieder gepackt, Diesel und Wasser geladen. Morgen geht es wieder auf die Piste. Das längste Stück liegt ja noch vor uns. Von Tam nach Arlit im Niger sind es gut 600km und erst dort haben wir wieder Asphalt unter den Rädern. Dazwischen sind nur der algerische und der nigische Grenzposten. Wenn alles gut geht, schaffen wir die Strecke in 4-5 Tagen. Von Arlit bis Agadez werden es nur wenige Stunden sein und ich freue mich schon darauf auf der Terasse des Hotel Air zu sitzen und ein wirlich kühles "Bière Niger" zu trinken. Unsere Bierdosen von Aldi gehen schon bald zur Neige! |
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